

Die Nächte sind sehr lang (ab 16 Uhr ist es dunkel und hell wird es ca. um 8 Uhr), aber das Wetter dürfte ungefähr so sein, wie bei euch zu Hause in Österreich, außer dass wir in letzter Zeit ziemlich viel Nebel hatten.
Advent war wieder einmal nicht so besinnlich, wie ich es gerne gehabt hätte, wir haben insgesamt 6 Lebkuchenhäuser gemacht (für jede/n Lehrer/in der Kinder, für meine Arbeitskollegin und für uns selber), außerdem noch zahlreich Lebkuchen für Lehrerassistenten der Kinder, meine Arbeitskollegen und Schüler und natürlich für uns selber. Außerdem ist es hier der Brauch, nicht nur an Familie und Freunde Weihnachtskarten zu schreiben, sondern an alle Mitschüler und Arbeitskollegen, somit hatte Jonas ca. 40 Karten zu schreiben und Lea ca. 30 Karten, was ihnen aber zumindest anfangs noch ziemlich viel Spaß machte.
Mitte Dezember konnten wir dann die "Christmas Production" der Kinder in der Schule bestaunen. Es war wirklich sehr aufwendig gemacht, alle Kinder der ersten drei Klassen waren beteiligt.
Obwohl wir dieses Jahr hier feierten, besuchte uns trotzdem das Christkind, und zwar am 24. Dezember, wie in Österreich auch. Wir wollten das Christkind ein bisschen unterstützen, also besorgten dieses Mal wir den Christbaum. Da wir dies aber erst am 23. Dezember taten, war es sehr schwierig noch einen Baum aufzutreiben, in England stellen nämlich alle ihren Christbaum mit elektrischer Beleuchtung schon viel früher (mindestens 1 Woche vor Weihnachten) auf. Wir ließen unseren Baum vor dem Haus stehen und das Christkind entführte ihn, um ihn zu schmücken. Ich ging mit den Kindern und unserer Nachbarin Alex (sie ist so alt wie Jonas) in das Crib Service in die nahegelegene Kirche. Die Kirche war sehr klein, aber mit Beamer ausgestattet und es hatte Zimmertemperatur, also sehr gemütlich. Kinder, die aufzeigten, durften die großen Figuren in die Krippe stellen und es wurde aus einem Kinderbuch vorgelesen, während die Bilder dazu an die Wand projeziert wurden. Natürlich wurden auch viele Kinderlieder gesungen, es hat uns allen gut gefallen.
Danach durften Lea und Jonas bei Alex im Haus auf das Christkind warten. Sie machten wie immer große Augen, als sie die Geschenke und den geschmückten Christbaum mit echten Kerzen sahen. Meine Eltern konnten via Skype dabei sein.
Spät am Abend holten wir dann noch meinen Bruder Jakob und seine Freundin von Wimbledon ab, sie werden eine Woche bei uns verbringen und mit uns gemeinsam am 31. Dezember nach Österreich fliegen.
Am Morgen des 25. Dezembers kam dann "Father Christmas" zu Alex. Da der Christbaum ja schon früher aufgestellt wird, braucht Father Christmas nur mehr die Geschenke unter den Baum legen, die die Kinder dann am Morgen finden. Also um einiges einfacher dieser Brauch, vor allem, wenn man es wirklich so traditionell macht wie ich es mir immer einbilde. Ich hatte den Christbaum in der Nacht von 23. auf 24. Dezember geschmückt und durfte ihn in der Garage meiner Nachbarin verstecken. Während die Kinder am 24. Dezember mit Alex spielten, holte ich den Christbaum in unsere Wohnung und läutete danach mit der Glocke vor ihrer Haustür. Die Kinder sind dann gleich nach Hause gestürmt und ich konnte mich auch unbeobachtet nachschleichen. Andreas belächelt mich dafür jedes Jahr, aber den Kindern gefällt es so und mir auch, ich bin halt so richtig altmodisch.
Am 25. Dezember zu Mittag machte ich dann zum ersten Mal Truthahn, aber nur einen kleinen (ca. 2kg) und nicht den Riesentruthahn (5kg) den sich Jonas bei Sainsburys ausgesucht hätte. Vorher gab es noch Christmascracker (sieht aus wie eine verpackte Klopapierrolle, man muss an einem Ende ziehen um an den Inhalt zu gelangen, der immer aus einem Seidenpapierpartyhut und einer kleinen Überraschung besteht) und Partypopper (kleines Plastikfläschen mit Schnur, durch ziehen an der Schnur krachte es ziemlich laut und viele Seidenpapierstreifen fliegen durch die Luft). Als Nachspeise gab es den traditionellen Christmaspudding (schmeckt so wie Kletzenbrot, wird aber warm mit ungeschlagener Sahne gegessen).
Posted by Birgit